Bereits beim Ferienabschlusszelten Anfang August informierten sich neun Jugendliche über Tibet. Denn mit der Aktion LebensLäufe sollte das Tibet-Projekt der Deutschen Welthungerhilfe, ein Kinderdorf für tibetische Flüchtlinge in Dharamsala/ Indien unterstützt werden.
Im Camp wurde die tibetische Flagge, die in Tibet verboten ist, am selbstgebauten Fahnenmast gehisst und im "Open-Air-Kino" lief der Film "Sieben Jahre in Tibet". Durch eindrückliche Landschaftsbilder, Beschreibungen von Sitten und Gebräuchen sowie Szenen vom gewaltsamen Einmarsch der Chinesen in Tibet 1950, lernten wir ein Stück tibetischer Kultur und Geschichte kennen.
Unter Anleitung des Teams, zu dem Ronja Riedel, Svenja Phillip, Diakonin Ilona Wewers und ich gehörten, gestalteten die Jugendlichen Informationswände und Plakate, entwarfen einen Quiz rund um das Thema Tibet und lernten, tibetisches Gebäck und Buttertee zuzubereiten. All dies kam dann bei den 1. Bad Salzdetfurther LebensLäufen, die am 16. September in Wehrstedt stattfanden, zum Einsatz.
Neben einer Fotoausstellung von Christel Menzel, sorgte unser Stand für inhaltliche Informationen über das Tibet-Projekt der Welthungerhilfe. Wir kamen mit dem Kabse backen gar nicht so schnell nach, wie sie gegessen wurden. Nur bei dem Buttertee - dem Nationalgetränk der Tibeter - war die Skepsis der Besucher groß; einige Mutige probierten ihn dennoch.
Eröffnet wurden die 1. Bad Salzdetfurther LebensLäufe von dem Wehrstedter Ortsbürgermeister Günter Raschke und Schirmherr Stadtdirektor Erich Schaper. Initiatorin Susanne Stassig bedankte sich bei allen, die diese Veranstaltung möglich gemacht haben. Die beteiligten Schulen haben für die LebensLäufe geworben und z.T. im Sportunterricht trainiert. Die Kirchengemeinde Wehrstedt hat sich um den Verkauf von Kaffee und Kuchen gekümmert. Die Vertreter der Sportvereine planten die Laufstrecke und organisierten die Läufe, einige kümmerten sich um die Betreuung der Kinderspiele. Die Freiwillige Feuerwehr Wehrstedt sorgte für die Streckenabsperrungen und übernahm den Bratwurststand, das Rote Kreuz stand für Notfälle bereit.
Dank der Hilfe und der Zusammenarbeit von vielen Ehrenamtlichen und der Teilnahme von über 200 Läuferinnen und Läufern, wurde die Veranstatung trotz des regnerischen Wetters ein voller Erfolg. Die älteste Teilnehmerin, Hermine Flohr (86) bewältigte die 3200m-Strecke im Rollstuhl. Sie wurde vom Ihrem Enkel, Theo Klinker, geschoben. Hermine Flohr mit Enkel, Theo Klinker
Das Startgeld, die Spenden, der Erlös aus dem Verkauf von Kuchen, Bratwurst und Getränken, Sponsorengelder sowie die Kollekte einer Hochzeit, die am Tag zuvor in der Wehrstedter Kirche stattfand, ergaben den beachtlichen Betrag von 4083,40 DM. Dies Geld geht an die Welthungerhilfe und wird für das "Kinderdorf für tibetische Flüchtlinge" (Tibetan Children's Village, TCV) in Dharamsala / Indien eingesetzt. Dort haben tibetische Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, gemäß ihrer Kultur und Religion aufzuwachsen, zu lernen und zu leben.
Weitere Infos und Bilder zu der Veranstaltung finden sich im Internet unter:
http://www.badse.de/LebensLaeufe/
Jörg Neelen