Juli 2006
Zu Gast bei Freunden
Sprachschülerinnnen in Wehrstedt
Während der WM übte sich Deutschland offiziell in Gastfreundschaft - mit Erfolg!
Auch nach Ende der WM bleiben junge Menschen verschiedener Nationen in Deutschland,
um in Familien den deutschen Alltag kennenzulernen und auf der Schulbank die
Deutschkenntnisse zu verbessern.

Von unten nach oben: Anne, Lucille, Maja
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Familienanschluss in Wehrstedt fanden Maja, Lucille, und Anne.
Die Finnin Maja (17) kam durch die Deutsch-Finnische Gesellschaft
für zunächst 3 Monate nach Wehrstedt.
Sie lernt bereits seit 6 Jahren Deutsch und besuchte während ihres
Aufenthaltes die Waldorfschule in Hildesheim.
Sie fühlte sich hier so wohl, dass sie spontan verlängerte und nun erst
nach einem Jahr wieder nach Hause reist.
Nach Abschluss der Schule möchte sie gern Medizin studieren - vielleicht in Göttingen!
Die Französin Lucille (15) lernt seit 5 Jahren Deutsch und kam bereits zum vierten Mal
mit der Organisation "Ligue de l'enseignement" für einen Sommersprachkurs nach Hildesheim.
Sie träumt davon, einmal als Deutschlehrerin zu arbeiten.
Sie hat während der Kurse auch die Region vom Harz bis an die Weser erkundet und war sogar
zur Love-Parade in Berlin.
Auch die Französin Anne (15) ist schon zum 2. Mal auf Sprachkurs in Hildesheim.
Sie lernt Deutsch als 3. Fremdsprache neben Englisch und Russisch und möchte später
für die EU arbeiten.
Sie ist begeistert von der Landschaft, aber auch von den Geschäften in Hannover und Hildesheim.
Textilien und Süßigkeiten sind hier viel günstiger als in Frankreich!
Maja fügt hinzu, dass sie die deutschen Bäckereien liebt und die große Auswahl an Brötchen!
Anne findet es merkwürdig und anstrengend, dass in ihrer Gastfamilie so viele Wege
mit dem Rad gemacht werden. Sie hätte sich eine bessere Anbindung von Wehrstedt nach
Hildesheim gewünscht.
Lucille hat die Zeit in der deutschen Familie genossen, insgeheim fragt sie sich aber,
wie kann man bloß so viel Ketchup essen! Maja hat das Siezen verunsichert.
Sie wollte gern höflich sein zu den neuen Nachbarn und Lehrern und dann hat sie sie einfach geduzt,
wie peinlich! In Finnland gibt es den Unterschied zwischen du und Sie nicht.
Für alle drei und ihre Gastfamilien war es eine tolle Erfahrung neue Freundschaften anzubahnen,
Sprachprobleme zu bewältigen und Europa zu leben.
Bericht von Susanne Stassig, Foto von Jörg Neelen