11.- 14. Mai 2001
100 Jahre Feuerwehr in Wehrstedt
Umzug mit 57 Gruppen zieht durch Wehrstedt
100 Jahre alt geworden ist die Freiwillige Feuerwehr Wehrstedt.
Das das angemessen gefeiert werden musste versteht sich von selbst, wo
schon in der Chronik, die von Christian Bock vorgetragen wurde,
von einer Sitte aus den Anfängen berichtet wird:
"... aus dieser Zeit stammt die noch heute gepflegte Tradition nach
jeder Jahreshauptversammlung 50 liter Bier zu Lasten der Wehrkasse
zu vertrinken."

Weitere Bilder und Infos
[Bilder vom Freitag]
Doch zuerst stand das Gedenken an die Toten auf dem Programm.
Pastor Peter Michael Wiegandt gedachte in einer Ansprache
am Ehrenmal "den Gründungsvätern und den Mitgliedern der
freiwilligen Feuerwehr aus einem Jahrhundert, die nicht mehr unter
uns sind" und allen Toten, die in Friedens- oder Kriegszeiten
gestorben sind.
Bei dem anschließenden Kommers im Festzelt wurden die 100 Jahre
Wehrstedter Feuerwehrgeschichte lebendig.
Stadtdirektor Erich Schaper sprach Dankesworte aus:
"Ich möchte diese Gelegenheit nutzen,
ihnen Dank und Anerkennung zu sagen für die Arbeit, die Sie
in der Feuerwehr leisten und die sie geleistet haben und für
die Arbeit die über viele Generationen hier in Wehrstedt für die
Mitmenschen geleistet wurde."
Der Wehrstedter Ortsbürgermeister Günter Raschke, selbst
Mitglied der Wehrstedter Feuerwehr, äußerte die Hoffnung,
dass die Freiwillige Feuerwehr eine Zukunft hat:
"wir hoffen, dass es immer wieder Frauen und Männer gibt, die die
alte Tradition der Feuerwehr fortsetzen werden. Mit der Gründung einer
Jugendfeuerwehr ist hier ein wichtiger Grundstein für die Erhaltung der
Wehr gelegt worden."
Weiter hob er die Bedeutung der Feuerwehr für die Dorfgemeinschaft in
Wehrstedt hervor: "denn ohne die Beteiligung bzw. den Einsatz der
Feuerwehr würde fast nichts laufen."
Landrätin Ingrid Baule hob die ehrenamtliche Leistung der Feuerwehr
hervor: "was sie an freiwilliger Arbeit leisten, gerade im
internationalen Jahr der Freiwilligen möchte ich (...) besonders
hervorheben: Sie haben niemals den Eindruck erweckt als wenn
Sie einen Anspruch auf eine Entlohnung für Ihre Tätigkeit
erhalten wollen" weiter berichtet sie von den Bemühungen
das Ehrenamt in finanzieller Hinsicht zu fördern:
"dass das ehrenamtliche Engagement auch an entsprechender
politischer Stelle entsprechend gewürdigt wird.
Die ersten Gehversuche dazu und auch erste Entscheidungen dazu sind
für die steuerrechtlichen Fragen geklärt."
Sie lobte auch die gute und professionelle Vorarbeit des Festausschusses.
Nach den Grußworten der Gäste und Vereine sowie der Partnerwehr aus
Kelbra stand die Weihe der neuen Fahne auf dem Programm.
Kreisbrandmeister Josef Franke, der die Fahnenweihe durchführte
erläuterte seine Gedanken zu der Frage "Fahne, was ist das?" und
hob dabei die Bedeutung der Fahne als verbindendes Element hervor:
"Wenn wir uns um die Fahne versammeln, dann wollen wir deutlich machen:
wir gehören zusammen, wir sind Kameradinnen und Kameraden und unsere
Zugehörigkeit zur Freiwilligen Feuerwehr verbindet uns. Wenn das
unsere ernste und ehrliche Absicht ist und wir die Fahne nicht anders
missbrauchen uns selbst zu beweihräuchern, dann bekommt der
Brauch als Feuerwehr mit Fahne aufzutreten wieder seinen Sinn."
und weiter wünschte er: "das sich auch in Zukunft unter der Fahne
der Freiwilligen Feuerwehr Wehrstedt immer wieder Menschen
zusammenfinden, die den Geist echter Hilfsbereitschaft hochhalten,
gute Kameradschaft pflegen und ihrer Feuerwehr zur Ehre gereichen".
Mit militärischen Ton "Feuerwehren stillgestanden"
und der deutschen Nationalhymne wurde die Fahne geweiht.
Aber auch Ehrungen und Beförderungen wurden vorgenommen:
Das niedersächsische Ehrenzeichen in Silber für 25 Jahre
Mitgliedschaft bekamen Ralf Lohwasser und Heidi Swift verliehen,
Für 40 Jahre Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr bekamen
Peter Warmer und Hubert Heinz das niedersächsische Ehrenzeichen Gold
verliehen.
Die Ehrennadel des Kreisfeuerwehrverbandes für 50 Jahre Mitgliedschaft
bekamen Heinrich Bock, Gerhard Lücke, Ewald Gerbes, Adolf Hoffmann,
Reinhold Jörns und Rolf Karmrodt verliehen.
Befördert wurden Kassenwart Christian Bock zum 1. Hauptfeuerwehrmann,
stellvertretender Ortsbrandmeister Christian Bolm zum Hauptlöschmeister,
Wolfgang Heinemann, Marcus Heinz, Elke Rössing zu Oberfeuerwehrleuten und
Klaus Lohwasser, Heidi Swift, Ingo Bonig zu Hauptfeuerwehrleuten,
[Bilder vom Samstag]
Ein viertägiges Festprogramm galt es zu bewältigen:
Kranzniederlegung am Ehrenmal mit Gedenken an die Toten,
Kommers, Fahnenweihe, Kinderumzug, Kinderfest, Festball,
Wecken, Empfang, Festumzug, Festakt, Disco und zum Schluss
ein Katerfrühstück am Montag. Alles bei strahlenden Sonnenschein und
blauen Himmel, besser geht es nicht.
[Bilder vom Festumzug]
An dem sonntäglichen Festumzug durch das Dorf beteiligten
sich fast 60 Gruppen, Feuerwehren und Vereine.
Der Südkauf Parkplatz, auf dem eine Pause eingelegt wurde und
Festansprachen gehalten wurden, platzte aus allen Nähten.
Die Begeisterung und Durchhaltevermögen der Wehrstedter Feuerwehrleute
zeigte sich zu guter letzt mit dem
spontanen Umzug am Montagabend. Ohne Programm und
in "zivil" marschierten sie mit Musik durchs
Dorf.
Foto und Bericht von
Jörg Neelen