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Archiv Bad Salzdetfurth

20. Juni 2003

Gefahrgutübung bei Kali und Salz

Bei Rangierunfall wird Kesselwaagen mir 25.000 l Brom beschädigt

Gruppenbild
Schweißtreibende Arbeit mit Vollschutzanzügen: Feuerwehrleute des Gefahrgutzuges Ost dichten das Leck ab und fangen austretendes "Brom" auf. 80 Feuerwehrleute sorgen dafür, dass sechs im Vollschutzanzug arbeiten können und sichern die Arbeiten.

Im Ernstfall wäre wohl keiner der Beteiligten so ruhig geblieben: Auf dem Werksgelände der Kali und Salz AG wurde für den Gefahrgutzug Ost aus Bockenem, Holle und Diekholzen und dem ABC - Zug eine dramatische Szene nachgestellt.

Ein mit 25.000 Litern Brom beladener Kesselwaagen ist beim Rangieren beschädigt worden. Aus dem Leck tritt im hohen Bogen Brom aus. Reinhard Stoffregen hat den Schaden realistisch nachgebaut. Aus dem aufgeklebten Leck spritze glücklicherweise nur Leitungswasser. Brom, das mit einer Orangen Gefahrguttafel 886/1744 gekennzeichnet ist, ist stark ätzend und giftig. Es bildet, wenn es an die Luft gerät einen gefährlichen Nebel.

Die aufsteigende Dämpfe wurden Wassernebelwänden niedergeschlagen. Die Feuerwehrleute näherten sich dem Haveristen mit der gebotenen Vorsicht und unter Atemschutz. Die schweißtreibende Arbeit am Kesselwaagen wurden mit Vollschutzanzügen durchgeführt. Maximal 20 Minuten können die Feuerwehrleute unter der schweren Ausrüstung arbeiten, dann ist eine Ablösung notwendig. Das Leck wurde mit einem Dichtkissen abgedichtet, nachdem Versuche mit Holkeilen und Spezialkitt gescheitert waren.

Bevor die Männer mit der Arbeit beginnen konnten wurde eine mobile Dekontaminationsstation aufgebaut. Bei dem starken Wind gestaltete sich der Aufbau der aufblasbaren Zelte recht schwierig.

Der Gefahrgutführer Jürgen Herke koordinierte den Einsatz von ca. 80 Feuerwehrleuten, auch das Aufnehmen der Flüssigkeit im Zusammenspiel mit dem Entsorgungsunternehmen Thon wurde geprobt.

Der stellvertretende Abschnittsleiter M Mörke und Ortsbrandmeister Reiner Stoffregen beobachteten die Übung mit kritischen Augen - sie stellten einige Defizite fest, die es gilt in den Übungsdiensten abzustellen.

Gruppenbild
So duschen Feuerwehrleute: Dekontamination nach dem Einsatz im Vollschutzanzug.

Bericht und Foto von Jörg Neelen
 

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