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Archiv Bad Salzdetfurth

4. Mai 2003

Benefiz Konzert im Kurpark

Tschernobyler Mädchenchor "Junges Leben" begeistert die Zuhörer

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Der Mädchenchor "Junges Leben" begeisterte mit kirchlichen Liedern und russischen Volksliedern.

Es war ein voller Erfolg, es hat sich auf jeden Fall gelohnt berichtet Markus Janisch nach dem Benefizkonzert zugunsten der Aktion Tschernobyl - Hildesheim e.V. das er zusammen mit Beate Neumann organisiert hat. Viele Menschen nutzten den Sonntag um eine schöne Zeit im Freien zu verbringen, etwas zu verzehren, zu klönen und zu verweilen. Ganz nebenbei dient das Ganze schließlich einen guten Zweck.

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Beate Neumann (3. v.l.) und Markus Janisch (4. v.l.) organisierten das Benefizkonzert zugunsten der Aktion Tschernobyl. Die 1. Vorsitzende des Vereins Rita Limmroth (rechts) begleitet den Tschernobyler Mädchenchor "Junges Leben". Schirmherrin der Veranstaltung ist Quästorin Dr. Godelieve Quisthoudt-Rowohl Mitglied im Europäischen Parlament. Christina Philipps (links) Mitglied im Niedersächsischen Landtag und Ortsbürgermeister Wolfgang Dettmer (2. v.l.) unterstützen die Aktion.

Bei strahlenden Sonnenschein gab es ein buntes Programm: Hüpfburgen, Tombola, Bier, Bratwurst, Flohmarkt, Erbsensuppe, Kuchenbuffet, Kaffee und viel Musik, wie es sich für ein Benefizkonzert gehört. Das DRK Bad Salzdetfurth und die Schützengesellschaft Salzdetfurth sorgten für da leibliche Wohl, die Skiffle Rats, der Bad Salzdetfurther Kinderchor, der Männergesangsverein Eintracht Bad Salzdetfurth und die Musikkapelle Waldhorn e.V. gestalteten den musikalischen Rahmen. Als besonderen Programmpunkt konnten die Zuhörer den Tschernobyler Mädchenchor "Junges Leben" aus Gomel genießen.

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Der Kinderchor Bad Salzdetfurth

Erst seit 3 Jahren ist es in der Heimat der 15 bis 20 jährigen Mädchen möglich öffentlich aufzutreten, denn sie singen vorwiegend alte Kirchenlieder und russische Volkslieder. Galina Jaromenka aus Gomel, die den Chor initiierte, übt mit den Mädchen jeden Abend in leeren Schulräumen. Die Mädchen befinden sich alle in der Ausbildung oder besuchen die Schule. Sie kommen aus armen Verhältnissen. Rita Limmroth, 1. Vorsitzende des Vereins Aktion Tschernobyl - Hildesheim e.V., die die Mädchen bei Ihren Veranstaltungen begleitet, berichtet von unvorstellbaren Bedingungen. Durch den Zusammenbruch der Wirtschaft in der von der Tschernobylkatastrophe betroffenen Gebieten herrscht Armut und Krankheit. "Wir haben gebangt, dass alle Mädchen mitkommen können, sie sind oft krank, das Immunsystem ist geschwächt". Das Hauptnahrungsmittel in den meisten Familien sind Kartoffeln, die es schon zum Frühstück gibt.

Durch die radioaktive Verseuchung sind große Teile der Landwirtschaftlichen Flächen gesperrt. Die Krebsrate in der Region ist erschreckend hoch, die medizinische Versorgung findet unter katastrophalen Verhältnissen statt.

Zur Zeit setzt sich der Verein für die Ausstattung einer Kinder Poliklinik in Gomel ein. Sie hat etwa die Funktion, die bei uns Kinderärzte warnehmen. Erst eine Untersuchung in einer Poliklinik und die Diagnose einer Krankheit ermöglichen eine Behandlung in einem Krankenhaus. Da es den Polikliniken am Allernötigsten fehlt können die Ärzte oftmals nicht die richtige Diagnosen stellen.

Bei der Tombola gab es neben Sachspenden der Gewerbetreibenden aus Bad Salzdetfurth auch etwas besonderes: Schirmherrin Godelieve Quisthoudt-Rowohl aus Hildesheim, Mitglied des Europäischen Parlamentes spendete eine Reise für 2 Personen ins Europaparlament nach Straßburg.

Die Aktion Tschernobyl - Hildesheim e.V. ist für seine Arbeit auf Spenden angewiesen. Rita Limmroth freut sich über Sach- und Geldspenden. (Konto 450-200-500 bei der Volksbank Hildesheim). Weitere Informationen über den Verein gibt es im Internet: http://www.tschernobyl-hildesheim-ev.info/


Bericht und Foto von Jörg Neelen
 

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