Badse.de

News

1&1 DSL

Artikel schreiben

Archiv Bad Salzdetfurth

30. März 2003

Rote Karte gegen Gewalt

Konfirmandinnen und Konfirmanden stellen sich den Gemeinden mit einem Gottesdienst zum Thema Gewalt vor.

Gruppenbild
Was ist Gewalt? - Manchmal ist es ganz schön schwierig ein Bild auf einer Gewaltscala zuzuordnen. - Interessante Gespräche mit sehr unterschiedlichen Meinungen waren die Folge. Wieviel Gewalt ist eine Operation? oder eine Welle? Ist Boxen nur Sport?

Viel Arbeit und Zeit haben Konfirmandinnen und Konfirmanden der Martin Luther und St. Georgs Gemeinde in ihren Vorstellungsgottesdienst investiert. Mit dem selbst erarbeiteten Gottesdienst stellten sie sich der Gemeinde kurz vor der Konfirmation vor.

Bereits im letzten Jahr wurde während der Konfirmandenfreizeit mit Diakonin Ilona Wewers, Pastor Klaus-Daniel Serke und einem Team von Ehrenamtlichen das Thema Gewalt bearbeitet. Die Konfirmandinnen und Konfirmanden näherten sich der Materie auf vielfältige Weise. Zum Beispiel durch das Stellen von Gewaltsituationen oder das Einordnen von Bildern auf einer "Gewaltscala". Auch persönliche Gewalterlebnisse flossen ein. Fast jede und jeder konnte von Gewaltsituationen berichten - extreme genauso wie ganz alltägliche Gewalt im persönlichen Umfeld.

Um Wege aus der Gewalt aufzuzeigen organisierte Diakonin Wewers einen Schnuppertag "Selbstbehauptungstraining" während der Freizeit. Mädchen und Jungen wurden in getrennten Gruppen von erfahrenen Trainern geschult.

Während eines Projekttages wurde das Thema Gewalt erneut aufgegriffen und die Elemente für den Gottesdienst erarbeitet. Besonders beeindruckend waren zwei Scenen aus dem Alltag der Jugendlichen die im Altarraum vorgespielt wurden und die anschließende Frage an die Gemeinde: "Und was würden Sie jetzt tun?"

Nach dem Gottesdienst gab es bei einer Tasse Kaffee oder Tee noch viele interessante Gespräche und die Möglichkeit selber einmal Bilder auf einer Gewaltscala von eins bis hundert einzusortieren.

Für alle Besucher gab es noch eine Rote Karte. Sie ist der Roten Karte vom Fußball ähnlich und kann verwendet werden um auf Gewaltsitutionen z.B. in der Schule oder am Arbeitsplatz rechtzeitig hinzuweisen. Sie kann ein Hilfsmittel sein, um verschiedene Formen von Gewalt im Alltag wahrzunehmen und darüber ins Gespräch zu kommen oder an den eigenen Vorsatz erinnern etwas gegen Gewalt zu tun. Herausgegeben wurde die Rote Karte vom Kirchenkreis Lüneburg im Rahmen der Dekade "Gewalt überwinden", die der Ökumenische Rat der Kirchen für die Jahre 2001 bis 2010 ausgerufen hat.


Bericht und Foto von Jörg Neelen
 

zum Seitenanfang