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Archiv Bad Salzdetfurth

September 2001

Salz der Nacht

Bad Salzdetfurther Museum öffnete 2 Tage die Türen. Mitarbeiter mit dem Museumspreis geehrt.

Mit zwei Tagen der offenen Tür feierte das Stadthistorische Museum und das Salz- und Kali- Bergbaumuseum die Wiedereröffnung der Heimatkundlichen Abteilung und der Dauerausstellung Carl Huter.

Gruppenbild

Bei der Auftaktveranstaltung verlieh Ortsbürgermeister Rainer Wegner den Museumspreis, eine aus Holz geschnitzte "Heilige Barbara", die Schutzpatronin der Bergleute an die besonders verdienten ehrenamtlichen Mitarbeiter des Museums: Werner Oschlies, Johann Ludyga, Ernst Ohmes und Karl Baßek.

Schirmherr der Veranstaltung Stadtdirektor Erich Schaper dankte in seiner Ansprache allen Mitarbeitern und Sponsoren für die geleistete Arbeit: "Ohne dieses Engagement, ohne diese inzwischen über ein Jahrzehnt geleistete Arbeit, wäre ein solches Museum in Bad Salzdetfurth undenkbar. Die Männer des Museumsarbeitskreises sind für die Stadt ein Glücksfall!"

Schaper stellte auch die neusten Errungenschaften vor: Unter der Leitung von Bergwerksdirektor i.R. Horst Hotze entstand ein neues Video mit dem Titel "Das Salz machts ... ", das über die Arbeit der Bergleute "Unter Tage" und der Kalisalzgewinnung berichtet. Dieses Video ist neben einer Broschüre, die sich mit der Gewinnung von Salz beschäftigt und einer Broschüre zur Stadtgeschichte Bad Salzdetfurths käuflich zu erwerben.

Der Landschaftsverband, und die Kreissparkasse haben dem Museum bei der Finanzierung dieser Projekte geholfen.

Beide Abteilungen des Museums, die im Keller des ehemaligen Rathauses untergebracht sind, waren bedingt durch einen Wasserschaden, der durch mehrere Lammehochwasser verursacht wurde, in den letzten 3 Jahren der Öffentlichkeit nicht zugänglich.

Durch die ehrenamtliche Arbeit der 14 köpfigen Museumsgruppe, die mit viel Liebe zum Detail alle anfallenden Arbeiten im Museum in Eigenleistung erledigen, wurden die Ausstellungräume wieder hergerichtet.

Die Ausstellungen wurden überarbeitet und zum Teil neu zusammengestellt. In der Heimatkundlichen Abteilung gibt es neben Exponaten aus dem Alltagsleben in Bad Salzdetfurth sowie Fotografien und Bildern aus vergangenen Zeiten auch eine Schusterwerkstatt zu besichtigen.

Die Dauerausstellung Carl Huter beschäftigt sich mit dem Arzt, Heilkundler, Schriftsteller und Naturphilosoph Carl Huter, der 1861 in Heinde geboren wurde und als Gründer der Psycho-Physiognomik und der Kallisophie gilt.

Mit der Ausstellung "Salz der Nacht" zeigt das Museum noch bis zum 31. März 2002 einen Bilderzyklus aus 59 Bleistift-Kreide Zeichnungen von Gerda Becker-With. Die Bilder, die als Skizzen für einen Grubensicherheitskalender angefertigt wurden haben einen langen Weg hinter sich, bis sie an dem Ort ihres Entstehens zur Ausstellung gelangten. 1935 erhielt die Künstlerin von den Vereinigten Kali- Werken Salzdetfurth den Auftrag für den Kalender. Sie fuhr in das Kaliwerk ein und fertigte die 59 Skizzen an, die das Arbeitsleben der Bergleute dokumentieren. 1939 verließ sie mit ihren Mann Deutschland und emigrierte in die USA, wo sie auch heute noch im hohen Alter von 91 Jahren lebt. Durch einen Zufall entdeckte sie zusammen mit ihrem Neffen aus Hannover die Skizzen. Sie überlies dem Museum in Bad Salzdetfurth die Bilder unter der Auflage sie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Die Bilder werden nach der Ausstellung an verschiedenen Plätzen im Museum die vorhandenen Ausstellungen ergänzen und den Besuchern ermöglichen sich in die Arbeitswelt im Kali- und Salzbergwerk um 1935 zu versetzen.

Die Ausstellung Salz der Nacht findet in der ebenfalls neu eröffneten Bibliothek unter dem Dach statt.

Auch hier wurde von den Mitarbeitern viel Arbeit investiert: Der Dachboden wurde entrümpelt und zu einem Ausstellungs- und Vortragsraum ausgebaut. Hier fand auch die Bibliothek und das Archiv des Kali- und Salzwerkes einen neuen Platz: Neben Aufzeichnungen umfasst die Bibliothek Zeitschriften und technische Literatur aus dem 19. und 20. Jahrhundert.

ein Besuch lohnt also auf jeden Fall, zudem der Eintritt frei ist. Die Öffnungszeiten: Dienstag, donnerstags und sonntags jeweils von 14 bis 17 Uhr.


Bericht und Foto von Jörg Neelen aus Wehrstedt.
 

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