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Archiv Bad Salzdetfurth

10. Februar 2001

"Hilfe, mein Kind ist im Internet!"

"Hilfe, mein Kind ist im Internet!" - Seminar für ahnungslose aber wissbegierige Eltern unter diesem Titel lud die St. Georgsgemeinde Bad Salzdetfurth unter der Leitung von Diakonin Ilona Wewers am vergangenen Samstag zum ersten Internetseminar für Eltern ein.

Foto Vollmer

"Manche fragen sich vielleicht, warum gerade eine Kirchengemeinde ein Internetseminar für Eltern anbietet. Ich denke, es ist auch unsere Aufgabe als Kirche, Veränderungen und ihre Auswirkungen auf das Zusammenleben in Familie und Gesellschaft wahrzunehmen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen, Hilfen und Orientierung anzubieten.

Viele Eltern können sich gar nicht vorstellen, was das Internet ist und was man damit machen kann. Weil ihnen die Grundkenntnisse fehlen, können sie weder die Möglichkeiten noch die Gefahren einschätzen, die dieses Medium bietet.

Häufig höre ich von Eltern, dass ihrem Kind die "Zukunft offen steht", weil ihr Sohn jetzt in seinem Zimmer einen eigenen PC mit Internet Zugang hat. Dass sie ihm damit nicht in jedem Fall die "Zukunft eröffnen", sondern der unbegleitete, unkontrollierte Zugang zum Netz auch die "Zukunft verbauen", also schaden kann, können sie sich meist gar nicht vorstellen."

Mit Hilfe von Referent Jörg Neelen, der in Bad Salzdetfurth als selbständiger Informatiker arbeitet, machten sich die Eltern mit Grundbegriffen des Internets vertraut, probierten aus, wie man e-mails verschickt, durchs Netz surft und mit Suchmaschinen arbeitet.

Die Eltern, die an dem Seminar teilgenommen haben, waren fasziniert von den enormen Möglichkeiten, die das Internet bietet. "Mir hat das e-mails schicken am meisten Spaß gemacht," so eine Teilnehmerin, "vorallem, weil ich es hier selbst ausprobieren konnte. Zu Hause zeigt mein Sohn mir immer nur: "Jetzt mußt du da klicken, dann da und da. Ist doch ganz easy!" Aber davon habe ich es natürlich noch lange nicht verstanden."

Jedoch die Teilnehmenden waren nicht nur fasziniert, sondern auch überrascht undbetroffen über den freien Zugang zu jugendgefährdenden Inhalten. "Ich bin total geschockt. Ich habe mir nicht vorstellen können, dass es so etwas wirklich gibt."

"In der Jugendarbeit bekommen wir eine Menge mit; auch welche Internetadressen unter den Jugendlichen so ausgetauscht werden", sagt Jörg Neelen, der ehrenamtlich in der kirchlichen Jugendarbeit tätig ist und auch die Internet-AG der St. Georgsgemeinde betreut. "Wir waren selbst schockiert und betroffen von den Inhalten und Bildern, die sich die Jugendlichen ansehen. Und fanden, darüber müßten wir eigentlich mit Eltern ins Gespräch kommen. So ist die Idee zu diesem Seminar entstanden."

In der abschließenden Gesprächsrunde wurde überlegt, wie man Kinder vor solchen Inhalten schützen kann. Einhellige Meinung der Eltern war, dass es am wichtigsten sei, sich dafür zu intersssieren, was sich die Kinder ansehen, welche Spiele sie spielen etc. und mit ihnen darüber im Gespräch zu bleiben. Aber auch Kontrolle, Zeitbegrenzungen und Kostenbeteilung seien geeignete Maßnahmen, um einen sinnvollen, kreativen Umgang mit dem Internet zu fördern.

"Die Eltern haben uns durchweg positive Rückmeldungen gegeben und uns darin bestärkt, solche Seminare auch in Zukunft anzubieten. Wir suchen schon einen neuen Termin", so Diakonin Wewers. Interssierte Eltern können sich unter der Tel.: 05063/5895 melden.


Foto von Michael Vollmer aus Bockenem.
 

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