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Advent 2001

Brot für die Welt

Mitmachen!

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8. Dezember 2001

Ochs und Esel an der Krippe

Menschliches Leben ohne Tiere können sich die jüdischen Erzähler nicht vorstellen. Selbst das Friedensreich des Messias ist nach den Visionen des Propheten Jesaja von Tieren bevölkert. "Da werden die Wölfe bei den Lämmern wohnen und die Panther bei den Böcken lagern." Am Anfang und am Ende der Zeit leben Mensch und Tier in Frieden miteinander. Einen Vorgeschmack auf dieses himmlische Leben will die Adventszeit geben.

Nach christlichem Glauben wurde Gott Mensch, um die gefallene Schöpfung zu erlösen und heimzuholen ins Himmelreich. Paulus spricht im Römerbrief von dem "ängstlichen Harren der Kreatur" auf die endgültige Erlösung, "denn auch die Schöpfung wird frei werden von der Knechtschaft der Vergänglichkeit zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, daß die ganze Schöpfung bis zu diesem Augenblick mit uns seufzt und sich ängstigt." (8.21-22)

Im Stall zu Bethlehem begegnen sich zwei Welten: Aus dem Himmel erscheinen der Gottesohn und die Engel, von der Erde kommen die heiligen drei Könige und die Hirten, dazu Schafe, Ochs und Esel als Vertreter der Tierwelt. Alle Jahre wieder werden in deutschen Wohnzimmern die Krippenfiguren aufgestellt. Schön sehen sie aus und verbreiten eine heimelige Atmosphäre.

Sehen unsere Augen aber auch das Geheimnis, das in Ochs, Esel und Schafen angedeutet ist? Begreifen wir den Gesang der himmlischen Heerscharen? Lassen wir uns anrühren von dem großen Halleluja? Himmel und Erde durchdringen sich hier, Engelmund und Menschenzunge, Schafskehle und Ochsenmaul stimmen gemeinsam den Lobgesang an. Hier ist der Himmel auf Erden! Advent bedeutet für mich, diesem Himmel kommen zu sehen.

Uwe Wolff, Bad Salzdetfurth